WDR-Corona-Liveticker

WDR Live-Ticker zur Corona-Krise:

Der aktuelle Live-Ticker:
https://www1.wdr.de/nachrichten/themen/coronavirus/ticker-corona-virus-nrw-100.html

 

Aus dem letzten Live-Ticker:

  • Politiker-Suizid wegen Corona-Krise?
  • Bonuszahlungen sollen steuerfrei bleiben
  • Boris Johnson meldet sich aus Quarantäne
  • Alle aktuellen Entwicklungen hier im Live-Ticker

Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Corona-Krise Auslöser für mutmaßlichen Politiker-Suizid?

Nach dem mutmaßlichen Suizid des hessischen Finanzministers Thomas Schäfer hält Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) einen Zusammenhang mit der Corona-Krise für wahrscheinlich. “Wir müssen heute davon ausgehen, dass er sich große Sorgen machte. Große Sorgen vor allen Dingen darum, ob es gelingen könne, Erwartungen in der Bevölkerung insbesondere zu finanziellen Hilfen zu erfüllen”, sagte Bouffier am Sonntag. “Ich muss davon ausgehen, dass ihn diese Sorgen erdrückt haben.”

Weniger Neuinfektionen in NRW

Die Zahl der landesweit nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen ist laut NRW-Gesundheitsministerium am Wochenende unter die 1000er-Schwelle gesunken: Sie stieg den Angaben zufolge von Samstag (11.30 Uhr) auf Sonntag (11.30 Uhr) auf 13.630 – ein Anstieg von 886 Fällen. In den Tagen zuvor waren je mehr als 1.000 Fälle neu hinzugekommen.

Die Zahl der Corona-Todesopfer stieg in NRW von 105 am Samstag auf 110 am Sonntag. Im besonders betroffenen Kreis Heinsberg stieg die Zahl der nachgewiesenen Infektionen von 1202 auf 1246.

Post kündigt mögliche Einschränkungen an

Die Deutsche Post bereitet sich wegen der Corona-Pandemie auf “weitere Einschränkungen” ihrer Dienstleistungen vor. Laut “Welt am Sonntag” sieht eine Notfall-Planung vor, dass in extremen Situationen in “geschlossenen Gebieten” lediglich Einschreibebriefe und Sendungen an Behörden oder Gesundheitseinrichtungen zugestellt werden.

Ab einem Krankenstand bei der Post von 30 Prozent sollen demnach Briefe und Pakete nur noch an drei Tagen zugestellt werden. Ab einem Krankenstand von 80 Prozent sollen Zusteller nur noch einmal wöchentlich austragen.

Bundeswehr zieht Soldaten aus Irak ab

Die Bundeswehr zieht wegen der Corona-Krise einen Teil ihrer Soldaten aus dem Irak ab. Die ersten sind bereits nach Deutschland zurückgekehrt. Die Bundeswehr hilft im Irak vor allem bei der Ausbildung einheimischer Sicherheitskräfte. Dieses Programm liegt wegen der Ansteckungsgefahr aber auf Eis.

Keine Steuern für Bonus-Zahlungen

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) erwartet bessere Löhne für “harte Arbeit” als Folge der Corona-Krise. Für Arbeitnehmer in bestimmten Branchen sollen während der Corona-Krise bis zu einem Betrag von 1.500 Euro keine Steuern anfallen.

Er werde am Montag die Anweisung erlassen, dass ein solcher Bonus bis zur Obergrenze von 1.500 Euro “komplett steuerfrei sein wird“. Als Beispiele nannte er der “Bild am Sonntag” Pflegekräfte, Verkäufer, Ärzte und Lkw-Fahrer.

Boris Johnson schreibt Brief an Briten

Premierminister Boris Johnson hat die Briten in einem Schreiben an 30 Millionen Haushalte im Land auf schwere Zeiten vorbereitet. “Wir wissen, dass die Lage sich verschlechtern wird ehe es wieder besser wird”, schreibt Johnson, der selbst mit dem Coronavirus infiziert und daher in Quarantäne ist.

Noch vor wenigen Wochen hatte Johnson die Bedrohung durch Corona offenbar unterschätzt. So hatte er Infizierte im Krankenhaus besucht und nicht auf den nötigen Sicherheitsabstand geachtet. Großbritannien hat 17.089 Infektionen mit dem Coronavirus und 1019 Tote gemeldet.

RKI-Chef warnt vor Überlastung von Kliniken

Das Robert-Koch-Institut warnt, dass in naher Zukunft auch in Deutschland Intensivbetten für Corona-Patienten fehlen könnten. Dass die Pandemie in Deutschland im internationalen Vergleich relativ glimpflich verlaufe, liege auch an den bisher betroffenen Patienten, betonte RKI-Chef Lothar Wieler in der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

“Zunächst waren in Deutschland vornehmlich Menschen betroffen, die nicht zu den Risikogruppen zählen, denn viele Übertragungsketten standen in Verbindung zum Beispiel mit Skiurlauben. Wenn mehr Übertragungen in Altenheimen oder Krankenhäusern stattfinden, steht zu befürchten, dass der Anteil steigt.”

Checkliste für Unternehmen im Netz

Das Bundeswirtschaftsministerium will Unternehmen mit Problemen in der Corona-Krise mit einer Checkliste unterstützen, Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen. Das Ministerium veröffentlichte am Wochenende eine Liste mit neun Punkten – von der Beurteilung der Finanzlage über Gespräche mit Lieferanten, Kunden und Vermietern bis zu Prüfung von Kurzarbeit.

Flüchtlingszentrum unter Quarantäne

Rund 600 Bewohner des Ankerzentrums im bayerischen Geldersheim in Unterfranken sind nach Coronavirus-Infektionen unter Quarantäne gestellt worden. Sieben der untergebrachten Flüchtlinge und ein externer Beschäftigter seien positiv getestet worden, teilte die Bezirksregierung am Sonntag mit.

Die infizierten Bewohner sollten in einem gesonderten Gebäude unterkommen. Für die Einrichtung gelte ein Aufnahme- und Verlegungsstopp.

Asylbewerber sollen bei der Ernte helfen

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) fordert, schnell Asylbewerber in der Landwirtschaft einzusetzen. So soll der Ausfall von Saisonarbeitern ausgeglichen werden, die derzeit nicht nach Deutschland einreisen dürfen. Gewöhnlich dürfen Asylbewerber keine Beschäftigung aufnehmen.

Ein großer Erfolg bei der Vermittlung von Erntehelfern sei die Plattform daslandhilft.de. “Der Ansturm ist riesig – über 30.000 Inserate gab es allein in den ersten fünf Tagen”, sagte die Ministerin der Funke Mediengruppe.

Lufthansa-Großraumjets alle am Boden

Betriebspause für Lufthansa

Am Flughafen Frankfurt ist der vorerst letzte Lufthansa-Linienflug mit dem Großraum-Flugzeug A380 gelandet. Die Maschine kam aus Bangkok, an Bord waren knapp 500 Passagiere und Crew-Mitglieder – viele von ihnen hatten lange auf ihren Heimflug gewartet.

Die Lufthansa parkt ihre 14 A380-Maschinen wegen der Corona-Krise bis auf Weiteres in Frankfurt und München.

Lob für neuen Olympia-Termin

Für den Deutschen Olympischen Sportbund wäre ein neuer Termin für die Tokio-Spiele im Sommer 2021 willkommen. “Die Verschiebung um genau ein Jahr wäre eine sehr gut nachvollziehbare Entscheidung”, sagte DOSB-Alfons Hörmann am Sonntag.

Die für dieses Jahr abgesagten Olympischen Spiele in Tokio sollen nach Berichten aus Japan und den USA voraussichtlich am 23. Juli 2021 eröffnet werden.

Wirtschaftspläne für Zeit nach der Epidemie

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will nach dem Ende der Corona-Pandemie die deutsche Wirtschaft neu aufstellen. “Wir brauchen ein umfassendes Fitnessprogramm für die deutsche Wirtschaft”, sagte Altmaier der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”.

Der Rückstand bei der Digitalisierung müsse aufgeholt werden, damit Arbeitsplätze der Zukunft nicht nur in Amerika und Asien entstünden. Zudem müssten Bereiche wie Arzneimittel und Biotechnologie auch hierzulande angesiedelt sein.

Mehr Geld für Flüchtlinge

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat ein Programm zum Schutz von Flüchtlingsregionen vor der Corona-Pandemie angekündigt. Laut Funke-Mediengruppe hat sein Ministerium ein Programm für Sofortmaßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie in Arbeit, das auch die wirtschaftlichen Folgen in Entwicklungsländern berücksichtigen soll.

Das Entwicklungsministerium werde dazu seinen Etat “deutlich” umschichten, sagte Müller. So werden in Syrien etwa die Gehälter für das Gesundheitspersonal finanziert.

Länegere Frist für den TÜV

Um Autofahrer in der Corona-Krise zu entlasten, bekommen Autofahrer für die Erneuerung der TÜV-Plakette laut Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) vorübergehend mehr Zeit. Die Frist für die Überziehung sei von zwei auf vier Monate verlängert worden, sagte der CSU-Politiker.

Alle anderthalb Minuten ein Corona-Toter in Italien

In Italien gibt es inzwischen mehr als 10.000 Tote durch das Coronavirus – mehr als in jedem anderen Land. Ministerpräsident Conte hat am Abend ein weiteres Hilfspaket angekündigt. Die Regierung unterstütze die Kommunen mit zusätzlich vier Milliarden.

WDR Studios NRW 29.03.2020 00:49 Min. Verfügbar bis 05.04.2020 WDR Online

Erzbistum Köln will italienische Corona-Patienten in seinen Kliniken aufnehmen

Es ist jetzt ein Akt der Nächstenliebe, schnell und unbürokratisch zu helfen“, sagte Kardinal Rainer Maria Woelki, wie das Erzbistum am Wochenende mitteilte. Die katholischen Kliniken stellten dringend benötigte Plätze auf Intensivstationen zur Verfügung. Dort könnten zunächst sechs Patienten medizinisch versorgt werden.

Die NRW-Landesregierung hatte zuvor Corona-Patienten aus Norditalien ausgeflogen. Die dortigen Krankenhäuser sind stark überlastet. Es fehlt vor allem an Plätzen auf Intensivstationen und an Beatmungsgeräten. Die Hilfsflüge sollen nach Mitteilung des Landes in den kommenden Tagen fortgesetzt werden.

Spanien verschärft Ausgangsbeschränkungen

Regierungschef Sanchez hat angekündigt, dass in den kommenden zwei Wochen alle Beschäftigten, die keine notwendigen Arbeiten erledigen, zuhause bleiben müssen. Sie sollen in dieser Zeit weiter Gehalt bekommen und die versäumten Stunden nachholen.

Trump verzichtet auf Quarantäne für New York

Überlegungen über eine Quarantäne der Bundesstaaten New York, New Jersey und Connecticut sind nach Angaben von US-Präsident Donald Trump vorerst vom Tisch. “Eine Quarantäne wird nicht notwendig sein”, twitterte Trump am Samstag.

Auf Empfehlung seiner Coronavirus-Arbeitsgruppe und nach Beratungen mit den Gouverneuren der drei betroffenen Bundesstaaten habe er die Gesundheitsbehörde CDC aufgefordert, “starke Reisehinweise” zu veröffentlichten. New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo hatte davor gesagt, Reisebeschränkungen würden ins Chaos führen.

Umfassende finanzielle Unterstützung durch Pflegekassen

Heime und Pflegediensten wurde Hilfe zugesichert. „Wir haben einen Pflege-Rettungsschirm aufgespannt, der sofort hilft“, sagte der Vize-Vorstandschef des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Gernot Kiefer, der Deutschen Presse-Agentur.

Mehrkosten für Schutzausrüstung oder Personal würden voll von der Pflegeversicherung übernommen. Dies solle den 11.700 Heimen und mehr als 15.000 Pflegediensten konkret helfen, um die rund vier Millionen Pflegebedürftigen weiterhin versorgen zu können.

Laschet geht auf Distanz zu Merkel

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet wendet sich in der Debatte über Beschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Corona-Pandemie gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel. “Der Satz, es sei zu früh, über eine Exit-Strategie nachzudenken, ist falsch”, schrieb der CDU-Vize in einem Gastbeitrag für die “Welt am Sonntag”.

“Wir müssen schon jetzt die Zeit in den Blick nehmen, in der die rigiden Maßnahmen erste Wirkung zeigen.” Dagegen hatte Vizekanzler Olaf Scholz sich in der “Bild am Sonntag” dafür ausgesprochen, Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus mindestens bis zum 20. April aufrecht zu erhalten. Die Wirtschaft spiele in so einer Ausnahmesituation nicht die wichtigste Rolle.

NRW-Kirchen übertragen Ostermessen im Internet

Die Kirchen in Nordrhein-Westfalen bereiten sich in der Corona-Krise auf Ostermessen im Internet vor. “Ostern fällt ja nicht aus und wir wollen es auch mit den Gläubigen zusammen feiern, notfalls eben medial vermittelt”, sagte ein Sprecher des Erzbistums Paderborn.

Bibliotheken mit Online-Angeboten

Die NRW-weit gut 270 Büchereien der Gemeinden und Städte reagieren auf die Corona-Krise. Weil sie nicht öffnen dürfen, setzen sie immer mehr auf die elektronische Ausleihe – die meisten kostenfrei. Laut Verbund der Bibliotheken NRW läuft die Aktion mit dem Digi-Abo sogar besser als erwartet.

So verzeichneten etwa die Stadtbüchereien in Düsseldorf allein in der ersten Woche nach Schließung schon 500 Neuanmeldungen. 200 Kunden haben dort ihre Bibliothekskarten jetzt via online-Anmeldung wieder reaktiviert.

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Stand: 29.03.2020, 13:51