WDR-Corona-Liveticker

WDR Live-Ticker zur Corona-Krise:

https://www1.wdr.de/nachrichten/themen/coronavirus/ticker-corona-virus-nrw-100.html

Der aktuelle Live-Ticker:

Patientenschützer fordern “Corona-Monitor” für Pflegeheime

  • Patientenschützer fordern “Corona-Monitor” für Pflegeheime
  • Gelsenkirchen beschränkt Größe von Privatfeiern
  • Beratungen in Remscheid wegen steigender Infektionszahlen
  • Kirche plant weihnachtliche Freiluft-Gottestdienste
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Patientenschützer fordern “Corona-Monitor” für Pflegeheime

Deutschlands Patientenschützer fordern ein Meldesystem für infizierte Heimbewohner und Altenpflegekräfte. Es fehle noch immer ein tagesaktueller Überblick zum Infektionsgeschehen in den Pflegeeinrichtungen, kritisierte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, im Gespräch mit der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (NOZ): “Bund und Länder nehmen nicht in den Blick, dass hier 900.000 Menschen leben und mehr als 750.000 arbeiten.”

Das Intensivbettenregister der Kliniken habe sich bewährt, um die Auslastung jederzeit nachzuvollziehen und steuern zu können. “Ein bundesweites Monitoring für die Covid-19-Lage in der Altenpflege ist jedoch nicht vorhanden. Das ist fatal, denn hier lebt die Hochrisikogruppe auf engstem Raum zusammen”, sagte Brysch.

Ethikrat lehnt Corona-Immunitätsnachweis derzeit klar ab

Der Deutsche Ethikrat lehnt eine Einführung von Immunitätsnachweisen für das Coronavirus derzeit klar ab. Grund seien “erhebliche Unsicherheiten” über die Immunität und die Aussagekraft von Antikörpertests, erklärte das unabhängige Beratergremium in einer heute in Berlin vorgelegten Stellungnahme. Zugleich sollten frei verkäufliche Tests zum Nachweis einer Unempfindlichkeit gegen das Coronavirus wegen “zweifelhafter Verlässlichkeit” und eines daraus folgenden Gefährdungspotenzials strenger reguliert werden.

Das Nein des Ethikrats zu Corona-Immunitätsnachweisen zum jetzigen Zeitpunkt fiel einstimmig aus. Dem Gremium gehören 26 Wissenschaftler und Experten verschiedener Fachrichtungen an. Sie werden vom Bundestagspräsidenten berufen.

WDR 5 Morgenecho – Interview 22.09.2020 05:27 Min. Verfügbar bis 22.09.2021 WDR 5

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Gelsenkirchen beschränkt Größe von Privatfeiern

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in einigen NRW-Städten steigt weiterhin stark an. Bei der entscheidenden Kennzahl – den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – lag Gelsenkirchen gestern weiterhin an der Spitze der großen Städte und Kreise in NRW. Die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz wurde vom Robert Koch-Institut (RKI) wie am Vortag mit 44,1 angegeben. Es ist damit der zweithöchste Wert in NRW nach Hamm.

Daher dürfen in Gelsenkirchen an privaten Feiern in gewerblichen Räumen künftig nur noch höchstens 50 Personen teilnehmen. Bislang galt eine Höchstgrenze von 150, wie ein Stadtsprecher erklärte. Die Stadt appellierte zudem an die Bürger, sich bei Feiern in privaten Räumen bis auf weiteres auf 25 Personen zu beschränken.

Höchster Wert in Hamm

In Hamm liege die wichtige Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen bei 70,9 sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) gestern in einer Video-Pressekonferenz. Auch hier hat der starke Anstieg der Corona-Infektionen ab heute Konsequenzen für private Feiern. Festivitäten ab 25 Gästen müssen jetzt angemeldet werden, ab 50 Gästen sind Feiern drei Tage im voraus genehmigungspflichtig. Außerdem ist in Hamm der verkaufsoffene Sonntag abgesagt – und für Sportveranstaltungen gilt vorerst eine Besucherobergrenze von 150 Personen.

Kirche plant weihnachtliche Freiluft-Gottesdienste

Die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen will an Weihnachten mit Gottesdiensten, Krippenspielen und Liedersingen unter freiem Himmel auf die Corona-Pandemie reagieren. Dicht besetzte Kirchen werden in diesem Jahr an Heiligabend und Weihnachten nicht möglich sein. Vieles werde voraussichtlich draußen stattfinden, weil dort die Hygieneregeln leichter einzuhalten seien, sagte Antonius Hamers, Leiter des Katholischen Büros NRW, der Deutschen Presse-Agentur.

Es werde zwar auch Gottesdienste in den Kirchen geben, aber diese könnten diesmal auch nicht in gewohnter Form geheizt werden, da die Luftheizungen “reine Virenschleudern” seien. “Das werden wir nicht machen können. Da muss man sich halt etwas wärmer anziehen”, sagte Hamers.

Marburger Bund findet geplante Fieberambulanzen sinnvoll

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geplanten Fieberambulanzen für den Kampf gegen das Coronavirus als “sehr sinnvoll” bezeichnet. Solche speziellen Ambulanzen für mögliche Corona-Patienten könnten verhindern, dass Patienten mit anderen Erkrankungen aus Angst vor einer Coronavirus-Ansteckung den Gang zum Arzt oder in die Klinik meiden, sagte Gewerkschaftschefin Susanne Johna in einem Zeitungsinterview.

Kritik an den Ambulanzen kommt dagegen vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ e. V.). Dessen Präsident Thomas Fischbach erklärt, dass Fieberambulanzen dass ganzheitliche Betreuungskonzept der Kinder- und Jugendarztpraxen “empfindlich stören” könnten. “Vor allem sehr junge Kinder werden verunsichert und verlieren ihr Zutrauen zu Ärzten, wenn sie statt in die vertraute Praxis in eine Fieberambulanz gebracht werden, wo sie auf fremdes Personal treffen.” “Das Geld, das die Fieberambulanzen kosten, würde künftig für die ambulante Versorgung unserer pädiatrischen Patienten fehlen.“

WDR Studios NRW 22.09.2020 01:04 Min. Verfügbar bis 29.09.2021 WDR Online

Stand: 22.09.2020, 10:41